Eisrettungsübung

Eintauchen in eine Welt aus Eis und Kälte
Einsatzübung der Wasserwacht im Freibad zur Rettung Eingebrochener.

Die Rettungsschwimmer der Ansbacher Wasserwacht müssen in diesen Tagen auf einen ungewöhnlichen Einsatz vorbereitet sein. Immer wieder brechen Menschen auf Seen und Flüssen ins Eis ein, verschwinden unter der Eisdecke und müssen schnellstmöglich geborgen werden. Dazu werden Speziallisten mit einer besonderen Taucherausbildung gebraucht. Sieben Taucher hat die Ansbacher Wasserwacht. Drei von ihnen nahmen jetzt an einer Übung teil, bei der die Ausnahmesituation erprobt werden sollte.

Im Ansbacher Aquella Freibad gelangen sie durch ein eigens aufgehacktes Loch durch die 20 Zentimeter dicke Eisschicht in das nur zwei bis drei Grad kalte Wasser. Es ist dunkel um diese Zeit im Ansbacher Freibadgelände, nur die Eisfläche über dem Schwimmerbecken ist taghell erleuchtet. In ihr gähnt ein viereckiges schwarzes Loch. Dort hinein werden an diesem kalten Abend mit Außentemperaturen von etwa minus 13 Grad zwei Taucher der Ansbacher Wasserwacht steigen, um zum ersten Mal unter Eis zu tauchen.

Was im Ernstfall auf ihn warten könnte, das erlebt der Taucher Christoph Müller in der nächsten halben Stunde:
die unglaubliche Kälte, die so ins Gesicht beißt, dass der Taucher dankbar ist, wenn nach einiger Zeit die Hautoberfläche taub und deshalb schmerzfrei wird. Dazu kommt das Gefühl des Verlorenseins unter dem Eis. Müller: "Bei uns waren Eis und Einstiegsloch von oben beleuchtet. Ich weiß nicht, ob ich ohne das Flutlicht und das Sicherungsseil zum Ausstieg zurückgefunden hätte." Entschädigt für seine Leiden wird der Eistaucher aber auch. Er erlebt fast unwirkliche Momente: "Die Luftblasen steigen beim Ausatmen nach oben und sammeln sich unter der Eisdecke zu einem Ball, mit dem man richtig spielen kann." Trotzdem bleibt die Kälte immer präsent. Bis zu 35 Minuten sind die Taucher im Eiswasser. Danach geht es zum Auftauen ins wohlig warme Aquella.

Im Ernstfall, das weiß man bei der Wasserwacht, sind die Chancen für eine erfolgreiche Rettung Eingebrochener beschränkt - schon angesichts der langen Wege bis zu den Weihern und Seen südlich von Ansbach. Gleichwohl, sagt Sprecher Bernd Müller, dürfe man die Hoffnung nie aufgeben, weil Menschen im eiskalten Wasser viel länger ohne Sauerstoffzufuhr überleben könnten als im warmen Wasser im Sommer. So habe man vor mehreren Jahren in Nürnberg einen Jungen, der knapp zwei Stunden unter dem Eis im Wasser gefangen war, erfolgreich wiederbelebt.

Weiter Bilder der Übung finden Sie in unserer Bildergalerie.


Sollten Sie einen einbrechenden Menschen sehen, begeben Sie sich bitte nicht auf das Eis sondern melden Sie dies sofort der Polizei oder direkt der Wasserwacht Ansbach unter 0981/ 4 61 15 10.


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